- Offizieller Beitrag
Das dürfte für viele Shelly-Nutzer eine ziemlich spannende Nachricht sein: Schneider Electric möchte die Shelly Group übernehmen.
Beide Unternehmen haben dazu am 24. September 2026 eine Vereinbarung geschlossen. Schneider Electric plant ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot und möchte 70 Euro je Shelly-Aktie zahlen. Damit wird Shelly mit rund 1,2 Milliarden Euro bewertet. Auch die beiden Gründer, die zusammen etwa 57 % der Aktien halten, unterstützen das Vorhaben. (Shelly Group - Investor Relations)
Ganz abgeschlossen ist die Sache allerdings noch nicht. Für die Transaktion müssen unter anderem die notwendigen behördlichen Genehmigungen vorliegen. Außerdem ist eine Annahmeschwelle vorgesehen, durch die Schneider Electric mindestens 95 % des Aktienkapitals kontrollieren würde. Der Abschluss wird derzeit bis zum 1. Quartal 2027 erwartet. (Shelly Group - Investor Relations)
Warum ist Schneider Electric an Shelly interessiert?
Die Kombination ist eigentlich ziemlich interessant.
Schneider Electric ist vor allem in den Bereichen Elektrotechnik, Gebäudeautomation und Energiemanagement aktiv. Shelly hat sich dagegen mit vergleichsweise günstigen und flexibel einsetzbaren Smart-Home-Komponenten einen Namen gemacht.
Shelly selbst nennt als Ziel der Zusammenarbeit unter anderem, die eigene Technologieplattform mit der internationalen Reichweite und dem Know-how von Schneider Electric im Bereich Energiemanagement zu verbinden. (Shelly Group - Investor Relations)
Dabei ist Shelly längst kein kleiner Smart-Home-Hersteller mehr. Im ersten Halbjahr 2026 erzielte die Gruppe einen Umsatz von 68,3 Millionen Euro, 26,5 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Installateursnetzwerk ist auf rund 8.600 Mitglieder angewachsen und die Shelly Cloud erreichte zuletzt rund 2,9 Millionen aktive Nutzer. (Shelly Group - Investor Relations)
Was könnte sich für Shelly-Nutzer ändern?
Kurzfristig vermutlich erst einmal wenig. Interessanter wird die Entwicklung in den kommenden Jahren.
Denkbar wären beispielsweise:
- eine stärkere Verzahnung von Smart Home und Energiemanagement
- neue Lösungen rund um PV, Strommessung, dynamische Stromtarife und Lastmanagement
- ein stärkerer Fokus auf professionelle Installationen und Elektriker
- eine größere internationale Verfügbarkeit von Shelly-Produkten
- neue Kombinationen mit Gebäudeautomationslösungen von Schneider Electric
Das sind allerdings mögliche Entwicklungen – konkrete Produktänderungen aufgrund der geplanten Übernahme wurden bislang nicht angekündigt.
Besonders interessant: Was passiert mit der Offenheit von Shelly?
Für viele Nutzer dürfte genau das die wichtigste Frage sein.
Shelly ist in der Smart-Home-Szene unter anderem deshalb beliebt, weil sich viele Geräte vergleichsweise frei einsetzen lassen. Lokale Steuerung, APIs sowie Integrationen beispielsweise in Home Assistant, ioBroker, openHAB oder MQTT-basierte Systeme spielen für technisch versierte Anwender eine große Rolle.
Shelly erklärt bisher, dass im Zuge der geplanten Transaktion die unternehmerische Kultur, Organisation und Belegschaft erhalten bleiben sollen. (Shelly Group - Investor Relations)
Ob sich langfristig etwas an Cloud-Diensten, Schnittstellen, lokalen Funktionen oder der Produktstrategie ändert, lässt sich daraus allerdings noch nicht ableiten.
Gerade für die Community dürfte es deshalb interessant sein, diese Entwicklung genau zu verfolgen.
Wie seht ihr die geplante Übernahme?
Was meint ihr?
Seht ihr Schneider Electric als starken Partner, durch den Shelly beim Thema Energiemanagement und Gebäudeautomation noch deutlich größer werden könnte?
Oder habt ihr eher Bedenken, dass Shelly langfristig etwas von der bisherigen Offenheit und DIY-Ausrichtung verlieren könnte?
Und ganz konkret: Was müsste Schneider Electric bei Shelly unbedingt so lassen, wie es heute ist?