Smart Home per Funk oder Kabel? Eine Entscheidungshilfe
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SmartHome Forum -
28. Dezember 2022 um 09:57 -
2.752 Mal gelesen -
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Rahmenbedingungen festlegen
Zuerst müssen die Rahmenbedingungen klar sein.
- Wo soll das System installiert werden?
- Wie viel könnt ihr selbst machen? (Achtung!)
- Was seid ihr bereit auszugeben?
- Wie schnell soll das ganze umgesetzt werden?
- Wie wichtig ist euch Flexibilität / Sicherheit / Verfügbarkeit?
Diese Punkte müsst ihr für euch selbst beantworten können und auf die einzelnen Punkte gehe ich nun etwas detaillierter ein:
Neubau, Altbau, Mietwohnung oder Ferienhaus
Für welche Gebäudeart möchtet ihr ein Smart-Home-System installieren?
Hat man im Neubau oder in der Altbausanierung noch viele Möglichkeiten die Kabel unter Putz zu bringen, sieht es bei einer Wohnung zur Miete oder lediglich zur schnellen Umsetzung in einem Ferienhaus schon anders aus. Hier bleibt oftmals nur die Funk-Lösung als einziges System übrig.
Dieser Punkt ist speziell für Altbausanierer wichtig, da hier die Elektrik / die alten Leitungen meistens erneuert werden und somit die Wände eh nochmal verputzt werden.
Im Neubau / Altbausanierung muss man im Voraus sehr gut und genau planen. Wo sollen Steckdosen hin? Was möchte ich gerne wo und wie smart ansteuern (Rollläden, Jalousien, Markise, Licht, schaltbare Steckdosen, E-Auto, PV-Anlage etc. etc.).
Hat man einen Plan, kann man mit der Verkabelung beginnen. Die Leitungen sollten wenn möglich “sternförmig” direkt zum Verteiler gelegt werden. Eine Bus-Leitung oder ein Cat-Kabel für die Lichtschalter können ebenfalls schnell verlegt werden.
Wichtig: Die Leitungen der Aktoren und Lichter, die man separat steuern möchte, müssen alle einzeln zum Verteiler gelegt werden. Hier muss man auch den Verteiler ausreichend groß dimensionieren, damit die Schaltaktoren und auch die Reihenklemmen Platz finden. Zusätzlich sollte man immer ca. 30% Reserve im Verteiler einplanen.
Der Aufwand der Verdrahtung ist hier höher als bei einer konventionellen Verdrahtung. Zudem muss das Smart-Home (als Beispiel bei einer KNX-Lösung) auch noch programmiert werden, was in den meisten Fällen einen externen Fachmann bedarf.
Folgende Beispiele für eine kabelbasierten Smart-Home-Systeme gibt es:
- KNX
- Loxone
- [definition='1','0']Homematic IP[/definition] wired
Bei den Funk-Komponenten ist eine Montage / Demontage einfacher. Diese lassen sich meistens ohne Bohren befestigen und benötigen lediglich Batterien für den Betrieb. Vor allem für Mietwohnungen bzw. ist das die einfachste Variante. Bei einem Umzug können die Komponenten einfach demontiert und mitgenommen werden.
Elektriker und Systemintegrator notwendig
Arbeiten an elektrischem Strom sind Lebensgefährlich und dürfen nicht von Laien durchgeführt werden!
Wände aufstemmen, Kabel verlegen und Löcher bohren für die Dosen können noch selbständig durchgeführt werden.
Für das Anschließen der Lichtschalter / Steckdosen / Komponenten im Verteilerkasten etc. sollte immer ein Fachmann beauftragt werden (es sei denn man ist selbst Elektriker).
Je nach System benötigt man auch noch einen Systemintegrator, der alles programmiert (siehe oben). Diese Mehrkosten sollte man nicht unterschätzen.
Kostenfaktor
Hier muss man schon sehr genau hinschauen, um herauszufinden, welches System für euren Anwendungsfall das günstigere ist.
Oftmals wird angenommen, dass eine Funklösung günstiger ist. Dies ist aber nur bedingt richtig. Je nachdem was ihr alles steuern wollt, kann man mit ca. 60€ pro Aktor rechnen (hier als Beispiel ein Rollladenaktor [Anzeige] von [definition='1','0']Homematic IP[/definition]. Ein 8-fach Rollladenaktor von KNX oder ein 4-fach Rollladenaktor von [definition='1','0']Homematic IP[/definition].
Flexibilität ist wichtig
Während man bei einer Kabellösung sehr viel und sehr genau im Vorfeld planen muss, kann man bei einer Funklösung einfach Raum für Raum und je nach verfügbarem Geld immer mal wieder smarte Funktionen umsetzen.
Wer sich erst langsam an das Thema rantasten möchte, kann sich ein Starter-Set [Anzeige] kaufen und somit z.B. erstmal ein Heizkörper mit einem Fensterkontakt verknüpfen.
Aber Vorsicht: Suchtgefahr ![]()
Sicherheit, Stabilität und Verfügbarkeit
Bei dem Punkt Stabilität und Ausfall ist die Kabellösung im Vorteil.
Hier hat man keine Probleme mit Reichweite, Störfaktoren durch andere WLAN-Netze und Funklöcher.
Wände und Decken dämpfen oftmals das Funksignal und man muss sich ein vernünftiges und vollflächiges WLAN-Netzwerk aufbauen (ist mit der Mesh-Technologie aber auch kein Problem).
Bei dem Thema Verfügbarkeit sollte man schauen, dass es bewährte Hersteller sind. Hier nenne ich mal als Beispiel KNX und Homematic.
KNX ist der “Standard” in der Gebäudeautomation und es gibt unzählige Hersteller, die auf diesem System aufbauen.
Die Vor- und Nachteile im Überblick
Nachfolgend nochmal eine kurze Übersicht über die Vor- und Nachteiler einer Funk- oder Kabellösung.
Smart Home per Funk
Vorteile:
- Einfache Einrichtung
- Flexibel, jederzeit Nachrüstbar und Erweiterbar
- keine Aufstemmarbeiten notwendig
- keine Programmierkenntnisse notwendig
- Für Anfänger sowie für Nerds gedacht
- Viele Hersteller und große Produktauswahl (kann auch ein Nachteil sein)
Nachteile:
- Teure Einzelkomponenten bei größeren Projekten
- Evtl. etwas Störanfällig und in der Reichweite begrenzt
- Hersteller nicht immer untereinander kompatibel (wird mit “[definition='3','0']Matter[/definition]” hoffentlich besser)
Smart Home per Kabel
Vorteile:
- Störungsfrei und hohe Ausfallsicherheit
- Keine Reichweitenprobleme, da per Kabel
- Großer Funktionsumfang und viele kompatible Produkte
- Mögliche Wertsteigerung der Immobilie
Nachteile:
- Genaue Planung im Vorfeld notwendig
- Nur im Neubau / Altbausanierung mit neuer Kabelinfrastruktur umsetzbar
- Installation und Einbau muss durch einen Fachmann / Systemintegrator durchgeführt werden
- Nachrüsten gestaltet sich schwierig
- Hohe Investitionskosten am Anfang
Fazit
Es kommt stark darauf an, was man für einen Aufwand betreiben möchte und was man auch selbst erledigen kann bzw. will.
Für einen Neubau mit entsprechendem Budget kann eine Kabellösung sinnvoll sein. Möchte man jedoch flexibel sein und Raum für Raum irgendwann mal smart Umsetzen, so ist die Funklösung die bessere Alternative.
Ich persönlich habe mich bei meiner Altbausanierung trotz neuer Kabelverlegung für das Nachrüsten per Funk entschieden. Da ich bei dem Umbau noch nicht genau wusste, was ich alles smart haben möchte und mir persönlich auch die Zeit fehlte, war das für mich die beste Lösung.
Wenn man erstmal reinschnuppern möchte, kann ich die verschiedenen Startersets von [definition='1','0']Homematic IP[/definition] empfehlen wie z.B.: